Klimaanpassung

Häufigere Hitzetage, Trockenperioden, Starkniederschläge oder zunehmende Belastungen für Mensch, Infrastruktur und Natur – Klimaanpassung wird immer wichtiger. Gemeinden sind gefordert, doch bereits mit kleinen Schritten kann viel erreicht werden.

Quelle: Amt für Umwelt und Energie, Kanton Bern

Der Kanton Bern hat in der Arbeitshilfe Klimaanpassung diverse Massnahmen und Leitlinien beschrieben, um die Gemeinden in ihren Bestrebungen für eine klimaangepasste Siedlungsstruktur zu unterstützen und zu einer hohen Lebens- und Aufenthaltsqualität beizutragen. Zudem stellt er diverse Klimakarten zur Verfügung. 

  • Klimaanpassung in bestehende Planung integrieren (kein gesondertes Projekt nötig).

  • Hohe Hitzebelastung zuerst angehen, z. B. durch Cooling Spots.

  • Bevölkerung sensibilisieren (Infoflyer, Website) und Austausch mit anderen Gemeinden pflegen.

  • Förderprogramme nutzen (Bund/Kanton).

Folgende Themen können (insbesondere bei ländlichen Gemeinden) adressiert und verbessert werden:

  • Wasserhaushalt und Trockenheit: Trinkwasserversorgung (Sichern von Quellen, Grundwasser), Bewässerung (effizientere Nutzung), Grundwasserschutz (Verhindern von Verschmutzungen).

  • Schutz vor Naturgefahren: Starkregen (Anpassen Kanalisation, Schützen von Gebäuden), Hangrutschungen (Sichern von Strassen, Hängen), Waldbrände (Vorbeugen und Reagieren).

  • Forstwirtschaft: Waldumbau (Fördern von Mischwäldern), Bodenmanagement (Aufbau von Humusschichten).

Quelle: Kanton Bern

Die Arbeitshilfe behandelt vier Themenfelder:

1. Durchlässige Infrastrukturen (Luft & Durchlüftung)

Ziel: Kühlen und durchlüften des Siedlungsgebiets vor allem nachts und minimieren des Hitzeinseleffekts.

  • Kaltluftentstehungsgebiete sichern.

  • Kaltluftströmungsgebiete freihalten.

  • Gebäude klimaoptimiert ausrichten.

2. Grüne Infrastrukturen (Vegetation & Freiräume)

Ziel: Kühlung, Schatten, Biodiversität und Aufenthaltsqualität.

  • Grün- und Freiflächen erhalten und aufwerten.

  • Grün- und Freiflächen neu anlegen.

  • Grün- und Freiflächen vernetzen.

  • Begrünung und Bepflanzung fördern.

3. Graue Infrastrukturen (Bebauung & versiegelte Flächen)

Ziel: Überhitzung vermeiden und Aufenthaltsqualität verbessern.

  • Öffentlich zugängliche (Verkehrs-)Räume klimatisch aufwerten.

  • Versiegelte Flächen reduzieren.

  • Neue Flächenversiegelung vermeiden.

  • Materialauswahl von Gebäuden und Flächen optimieren.

4. Blaue Infrastrukturen (Wasser & Regenmanagement)

Ziel: Umgang mit Starkregen und Trockenheit („Schwammstadt“).

  • Retentions- und Rückhalteflächen zur Vorsorge bei Starkniederschläge mit Oberflächenabfluss ausscheiden. 

  • Schwammstadtkonzept: Regenwasser im Sinne der Trockenheitsvorsorge versickern, zurückhalten und weiterverwenden. 

  • Wasserläufe und (bewegte) Wasserflächen neu schaffen, aufwerten oder zugänglich machen.