Heizung & Warmwasser

Heizung und Warmwasser verursachen im Haushalt den weitaus grössten Teil des Energieverbrauchs. Wer seine bestehende Anlage optimiert oder ersetzt, kann Energiekosten senken, den Wohnkomfort verbessern und gleichzeitig das Klima entlasten. Zudem steigt der Wert der Liegenschaft.

Heizung

Der Energieverbrauch bestehender Heizungen lässt sich mit einfachen Massnahmen deutlich reduzieren. Beim Ersatz älterer Heizungen lohnt es sich, frühzeitig verschiedene Lösungen zu prüfen.

  • Gute Gründe: Moderne Heizsysteme reduzieren die Energiekosten, arbeiten effizienter, senken die CO₂-Emissionen und erhöhen den Wohnkomfort und den Wert der Liegenschaft.
  • Bei Sanierungen von Wohngebäuden werden hauptsächlich erneuerbare Heizsysteme installiert. Denn wirtschaftlich sind sie fast immer die beste Option. 
  • Ein Heizungsersatz sollte immer ganzheitlich betrachtet werden. Oft lassen sich durch zusätzliche Massnahmen wie eine bessere Dämmung oder eine Solaranlage weitere Vorteile erzielen (siehe Factsheet Energetische Sanierung).
  • 👉 Tipp: Schon durch eine geringe Absenkung der Raumtemperatur lässt sich viel Energie sparen (1°C = 6 bis 10 % Energie).

Warmwassererzeugung

Auch die Warmwassererzeugung bietet Sparpotenzial.

  • Moderne Systeme benötigen deutlich weniger Energie und lassen sich häufig effizient mit der Heizung oder mit Solarenergie (Photovoltaik oder Solarthermie) kombinieren.
  • Bereits kleine Verhaltensänderungen im Alltag helfen, Warmwasser und Energie zu sparen.
  • 👉 Tipp: Duschen statt baden spart Energie und Wasser. 

Praktische Tipps zum Energiesparen finden Sie hier

Beratung erhalten

Das gilt im Kanton Bern

  • Der Ersatz einer Heizung ist im Kanton Bern meldepflichtig. Ist das Gebäude älter als 20 Jahre, gelten beim Ersatz weitere Anforderungen.
  • Elektroheizungen müssen bis am 31.12.2031 durch gesetzeskonforme Systeme ersetzt werden. 
  • Bestehende zentrale Elektro-Wassererwärmer müssen bis am 31.12.2042 durch gesetzeskonforme Systeme ersetzt werden (mehr dazu unter Häufige Fragen).
  • Weitere Informationen: Energievorschriften beim Bauen

Häufige Fragen

Bei Neubauten ist das nicht erlaubt. Bei bestehenden Wohnbauten ist der «Neueinbau» einer direkt-elektrischen Wassererwärmung nur erlaubt, wenn das Warmwasser:

  • während der Heizperiode mit dem Wärmeerzeuger für die Raumheizung erwärmt oder vorgewärmt wird oder

  • zu mindestens 50 Prozent mit erneuerbarer Energie (seit 2026 zählt hier eigenerzeugter Solarstrom dazu) oder nicht anders nutzbarer Abwärme erwärmt wird.

Ja. Befreit sind bestehende Wassererwärmer, die für die Energienutzung von geringer Bedeutung sind oder bei denen die Warmwasseraufbereitung überwiegend mit Strom aus erneuerbarer Eigenproduktion erfolgt.

Nein! Die Ersatzpflicht von Elektroheizungen bis 31.12.2031 betrifft zentrale Elektrospeicherheizungen und raumweise platzierte, dezentrale Elektroöfen ebenso wie Infrarotpaneele.

Sofern die Heizung und das Wärmeverteilsystem richtig dimensioniert und eingestellt sind, schafft das eine Wärmepumpe wie jede andere Heizung auch. Fakt ist: Je höher die benötigte Vorlauftemperatur (Temperatur, mit der das Heizwasser in Heizkreislauf fliesst), desto weniger effizient ist die Wärmepumpe, wie auch jede andere Heizung. Interessant: Die skandinavischen Länder sind führend im Einsatz von Wärmepumpen, trotz kaltem Klima. Zum Schluss: Jedes Grad Celsius weniger an Raumtemperatur spart 6 bis 10% Energie (siehe auch Energie- und Klimatipps).

Jede Heizung läuft effizienter und kostengünstiger, je besser die Hülle gedämmt ist. Eine umfassende Sanierung ist jedoch keine Voraussetzung für eine Wärmepumpe. Punktuelle Massnahmen an der Gebäudehülle sollten aber wenn möglich vor dem Ersatz der Heizung geprüft und umgesetzt werden. Dafür können auch Fördergelder beansprucht werden. Umfassende Sanierungen (auch nach Minergie) werden mit mehr Fördergeldern unterstützt – der «Bonus Gebäudehülleneffizienz (A / B / C)» wurde per 01.01.26 sogar noch um CHF 20.– / m² EBF(Energiebezugsfläche) erhöht.

Nein, bestehende Radiatoren sind in der Regel genügend gross dimensioniert. Selten sind punktuell weitere oder neue Radiatoren nötig. Mit einer Fussbodenheizung läuft eine Wärmepumpe allerdings am effizientesten. Zudem ergibt sich in Kombination mit einer Erdsonde die Möglichkeit einer passiven Kühlung im Sommer.