Strom
Für die Reduktion von CO2 spielt Strom im Haushalt eine immer wichtigere Rolle – sei es durch Wärmepumpen, Elektroautos oder die eigene Solaranlage auf dem Dach.
Wer den eigenen Stromverbrauch kennt und gezielt steuert, kann Kosten senken. Die Produktion von eigenem Solarstrom, Batteriespeicher oder das Lastenmanagement sind weitere Möglichkeiten.
Haushalt
Hier liegen die grössten Hebel im Alltag:
- Standby-Verbrauch vermeiden.
- Effiziente Geräte / Beleuchtung einsetzen (Energieetikette beachten).
- Eco-Programme (Waschmaschine, Geschirrspüler) wählen.
Mehr konkrete Tipps finden Sie hier!
Solarstrom
Hier liegen die Vorteile:
- Wer eigenen Strom produziert, senkt langfristig die Energiekosten, macht sich unabhängiger von Preisschwankungen und steigert den Wert der Liegenschaft.
- In Kombination mit einer Dachsanierung können zusätzliche Kostenvorteile entstehen.
- Beim Solarstrom ist ein hoher Eigenverbrauch besonders attraktiv (mehr dazu unter Häufige Fragen).
- Mieterinnen und Mieter können Plug-&-Play-Anlagen (max. 600 W) für Balkon oder Terrassen beschaffen. Je nach Situation braucht es dafür die Zustimmung der Vermieterschaft.
- Hier (finden Sie Informationen zu den Themen «ZEV, vZEV, LEG».
Batteriespeicher
Batteriespeicher bieten verschiedene Pluspunkte:
- Sie speichern Solarstrom für Abend und Nacht.
- Sie erhöhen die Unabhängigkeit vom Netz und erhöhen den Eigenverbrauch
Statt einer stationären Batterie kann auch ein bidirektionales E-Auto als leistungsfähigerer Speicher genutzt werden. Mehr dazu unter E-Mobilität.
Kühlung / Klimatisierung
Vermehrt treten heisse Sommer auf. Ein angenehmes Raumklima erreichen Sie über folgende Schritte:
- Lüftungsverhalten: In der Nacht und den Morgenstunden lüften, dann Fenster schliessen.
- Massnahmen Gebäudehülle: Aussenliegender Sonnenschutz ist ein Muss, eine gute Dämmung bringt im Winter und Sommer ein angenehmes Klima und reduziert die Energiekosten.
- Technische Lösungen: Ventilatoren bringen bereits Erleichterung. Schalten sie unnötige Wärmequellen (Bildschirme, Drucker etc.) aus. Wenn es mehr sein soll: Wenn möglich auf passive Kühlung setzen. Klimaanlagen (Split-Geräte) benötigen eine Baubewilligung (Stand August 2026). Mehr unter Häufige Fragen.
Lastmanagement
Das Lastmanagement steuert Geräte und Energieflüsse automatisch. Insbesondere folgende Komponenten spielen so optimiert zusammen:
- Photovoltaik
- Wärmepumpe (mehr dazu unter Heizung & Warmwasser)
- E‑Auto
- Batteriespeicher
Das gilt im Kanton Bern
- Solar: Seit 1. Januar 2026 gelten neue Vorschriften zur Solarpflicht für Neubauten und Erweiterungen sowie für Parkplätze. Für bestehende Bauten gilt neu eine Meldepflicht bei umfassenden Dachsanierungen. Mehr dazu: Informationen zur Solarpflicht ab 2026 und Energievorschriften beim Bauen
- Kühlung / Klimatisierung: Die kantonale Energieverordnung (KEnV) regelt das Thema Kühlung sowie die Anforderungen an die Gebäudehülle.
Häufige Fragen
Split-Anlagen: Bestehen aus einem festen Innen- und Aussengerät, verbunden durch Kältemittelleitungen. Sind sehr leise und ideal für einzelne Räume. Müssen von Techniker:in installiert werden.
Monoblock-Anlagen: Meist mobil, bestehend aus einem Modul. Heisse Raumluft muss über Schlauch nach aussen geführt werden, d. h. ein Fenster muss offen sein, was einen hohen Energieverlust bedeutet. Es gibt auch feste Einheiten direkt an der Aussenwand, der Luftaustausch erfolgt über Kernbohrung. Sehr stromintensiv und laut.
Mobile Split-Klimaanlage: verfügen über ein Innen- und Aussenmodul, müssen aber nicht festinstalliert werden müssen (Aussenmodul kann auf Balkon oder Terrasse liegen). Kondenswasser wird mittels dünner Pumpe zum Aussengerät abgeleitet.
Luftkühler: Kühlen durch Wasserverdunstung. Verbrauchen weniger Energie, erzielen aber eine sehr kleine Kühlleistung. Und je höher die Luftfeuchtigkeit, umso kleiner wird auch die Kühlleistung. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann über längere Zeit zu Schimmel führen.
Eine Klimaanlage sollte erst als letzte Möglichkeit umgesetzt werden. Fix installierte Split-Klimaanlagen sind immer effizienter und leiser als (mobile) Monoblocks, benötigen aber eine Baubewilligung (Stand August 2026). Es gelten zudem Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz.
Am Anfang war die «Graue Energie» eher hoch, dieser Mythos hält sich seitdem. Fakt ist, dass die Energie, welche für die Herstellung der heutigen Solarmodule benötigt wird, in ein bis zwei Jahren kompensiert ist. Die am häufigsten verwendeten Photovoltaikanlagen bestehen hauptsächlich aus Glas, Aluminium, Silizium und Kunststoffen, deren Verfügbarkeit sehr hoch ist. Zusätzlich wird Silber benötigt, das nur begrenzt verfügbar ist. Es werden laufend neue Lösungen entwickelt, um den bereits stark gesunkenen Silberanteil weiter zu reduzieren oder durch Kupfer zu ersetzten (gut verfügbar und zu 100 % rezyklierbar).
Die Einspeisevergütungen orientieren sich neu am Strommarktpreis. Mit der neuen Gesetzgebung seit 2026 gibt es zwar eine garantierte Mindestvergütung, diese liegt aber deutlich unter dem heutigen Niveau. Wer eine PV-Anlage plant, sollte darum nicht auf hohe Einspeiseerlöse setzen, sondern auf einen möglichst hohen Eigenverbrauch.
Nein, das stimmt so nicht. Nach Süden ausgerichtete Panels bieten zwar den grössten Ertrag pro m². Aber: Eine Ost-West-Anlage optimiert den Eigenverbrauch und ist netzdienlich, da mehr Strom morgens und abends – wenn Strom im Haushalt benötigt wird – produziert wird und am Mittag keine Leistungsspitzen entstehen.
Ein hoher Eigenverbrauch ist der entscheidende Faktor für die Wirtschaftlichkeit einer Anlage und kann wie folgt erhöht werden: Verhaltensanpassung im Alltag und / oder intelligente Steuerung durch Energiemanagementsysteme, Kombination mit Wärmepumpe / Warmwasserbereitung, E-Auto (wenn möglich bidirektional) und / oder Stromspeicher für zeitliche Verschiebung oder Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV, vZEV, LEG).