Netto-Null 2050
Mit dem Programm «Klimaziel Netto-Null 2050 – Handlungsspielraum für Gemeinden» unterstützt die Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM die Gemeinden auf dem Weg zum Klimaziel des Bundes Netto-Null bis 2050.
Was bedeutet Netto-Null bis 2050?
- Pariser Klimaabkommen (2015): Die globale Erderwärmung wird auf 1.5°C begrenzt. Vorkehrungen zur Anpassung an die negativen Auswirkungen des Klimawandels sind zu treffen.
- Schweiz (2023): Das Netto-Null-Ziel wurde vom Schweizer Stimmvolk beschlossen. Das heisst: Bis 2050 soll die Schweiz unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen. Verbleibende Emissionen müssen durch sogenannte Negativemissionstechnologien ausgeglichen werden (z.B. CO2 aus der Luft filtern, in Wäldern langfristig speichern).
Energieverbrauch senken (Energieeffizienz und Suffizienz)
Wärmeversorgung auf erneuerbar umstellen und Verkehr elektrifizieren
Erneuerbare Stromproduktion ausbauen
Bevölkerung sensibilisieren, Förderprogramme anbieten
Ob der Kanton Bern, die Region Bern-Mittelland oder einzelne Gemeinden auf Kurs sind, wird in der Klimametrik des Kantons Bern ersichtlich. Der Kanton Bern fördert das Erarbeiten einer kommunalen Klimastrategie.
- Kantonales Energiegesetz: Gemeinden kommt beim Bau und Nutzung von Gebäuden und Anlagen für die Erreichung der gesetzlichen Ziele eine Vorbildfunktion zu. Sie sollen eine umweltschonende Energieversorgung und -nutzung sowie Energiesparen, Energieeffizienz, erneuerbare Energien sowie den Klimaschutz fördern. Ziel ist, den Wärmebedarf in Gebäuden bis 2035 um mindestens 20 % zu senken und den Wärme- und Strombedarf möglichst CO₂-neutral mit erneuerbaren Energien zu decken.
- Grössere Gemeinden sind zu einem kommunalen Richtplan Energie verpflichtet. Der Kanton stellt den Gemeinden Musterregelungen für kommunale Energievorschriften zur Verfügung.
- Verfassung des Kantons Bern (Klimaschutzartikel Art. 31a): Wurde 2021 durch Stimmbevölkerung angenommen. Er hält fest, dass der Kanton bis 2050 klimaneutral werden soll und sich auch die Gemeinden aktiv beteiligen müssen.
- Kantonale Energiestrategie: Seit 2006 verfolgt der Kanton Bern eine langfristige Energiestrategie. Darin sind diverse Ziele formuliert, welche laufend aktualisiert werden.
- Auf Bundesebene ist das Netto-Null-Ziel im Klima- und Innovationsgesetzverankert (angenommen 2023). Konkrete Massnahmen werden im CO2-Gesetz und in der Gesetzgebung in anderen Politikbereichen schrittweise implementiert.
- Der Bund macht keine Vorgaben zur Rolle der Gemeinden beim Klimaschutz.
CO2-Emissionen der Schweiz in Tonnen (Quelle: Langfristige Klimastrategie der Schweiz).
Um die Klimaziele 2050 zu erreichen müssen insbesondere die CO2-Emissionen der Bereiche «Gebäude», «Verkehr» und «Internationaler Flugverkehr» auf nahezu Null reduziert werden. Bei den beiden erstgenannten Bereichen zwei haben die Gemeinden die wirksamsten Hebel.
- Wärmeversorgung: z. B. Realisierung von thermischen Netzen (Wärmeverbünde), kommunale Energierichtplanung, Sanierung der eigenen Liegenschaften.
Zusatznutzen: vorausschauende Planung sowie überkommunale Wärme- und Kälteversorgung vermeiden Fehlinvestitionen. - Verkehr: z. B. Ladeinfrastruktur ermöglichen, fossilfreie gemeindeeigene Fahrzeuge beschaffen, Massnahmen zur Reduktion des motorisierten Verkehrs und zur Förderung des Velo- und Fussverkehrs treffen (mehr Infos unter E-Mobilität.
Zusatznutzen: weniger Emissionen (Lärm und Luftschadstoffe) wirken sich positiv auf Lebensqualität aus. - Erneuerbarer Strom: Rahmenbedingungen für den Ausbau von Photovoltaik-Stromproduktion schaffen (Förderung, gesetzliche Vorgaben), Potenziale erneuerbarer Stromproduktion analysieren und konsequent erschliessen (Wasserkraft, Wind, Sonne etc.). Mehr Infos unter Strom
Weitere Hebel liegen in den Bereichen Beschaffung, Kreislaufwirtschaft und Klimaanpassung.
Ob Ihre Gemeinde auf Kurs ist, erfahren Sie in der Klimametrik des Kantons Bern. Sie brauchen keine separate Klima- oder Energiebilanz in Auftrag zu geben.
Im Rahmen des Klimaprogramms und der Gemeindeinitiative Dekarbonisierung Bern-Mittelland unterstützt die RKBM interessierte Gemeinden in verschiedenen Workshops.
Die Dokumentation des ersten, themenübergreifenden Workshops finden Sie hier. Weitere Workshops sind bei den spezifischen Themen dokumentiert.
Workshop für Einsteiger:innen (2023)